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Systemkontexte

Die „Haltung" und Wissensgrenzen eines KI-Agenten. Ein Systemkontext enthält Anweisungen, Beispiele, Einschränkungen und Datenquellen, die jede Antwort prägen.

Aktualisiert am 18. Mai 2026

Konfiguration · KI · 8.3

Ein Systemkontext ist die „Haltung” eines Agenten: die Anweisungen, denen er folgt, die Datenquellen, aus denen er schöpft, der Ton, den er verwendet, die Dinge, die er nicht tun darf. Ein Agent kann mehrere Kontexte nutzen; ein Kontext kann von mehreren Agenten geteilt werden.

Warum das für das Business wichtig ist

„KI antwortet falsch"

Kontext begrenzt die Wissensquelle auf deine KB → keine wilden Erfindungen aus dem offenen Web.

„Ton stimmt nicht"

Tone of Voice im Prompt → „formell, kurz, kein Humor" oder „informell, klar, freundlich".

„Datenschutzrelevante Infos lecken"

Einschränkungen im Kontext → „erwähne niemals Gehälter, Geburtsdaten oder Kundennamen ohne Einwilligung".

„Domänenwissen fehlt"

KB-Bindung pro Kontext → IT-Kontext nutzt die IT-KB, FM-Kontext die FM-KB.

Was steckt in einem Kontext?

KomponenteWas sie steuert
Rollenanweisung„Du bist Facility-Helpdesk-Agent bei Acme. Antworte knapp, höflich und in korrektem Deutsch."
WissensquellenWelche KB-Kategorien, welche historischen Tickets, welche Dokumente. Begrenzt Halluzinationen.
Einschränkungen„Beantworte nie HR- oder Gehaltsfragen. Verweise an HR."
Few-Shot-Beispiele3–5 Beispielgespräche, die den gewünschten Stil zeigen.
AusgabeformatJSON, Markdown oder Freitext – je nach Use Case.
SprachstrategieIn der Sprache der Frage antworten oder feste Sprache? Erkennung über Nutzerprofil.
SicherheitsrichtlinieWas tun bei sensiblen Themen, Beleidigungen oder „ich denke daran, jemandem zu schaden"?

Wie Kontexte gestapelt werden

  1. 1Globaler Tenant-Kontext – Basisanweisungen für alle Agenten (Name, Sprache, Ton, Sicherheit).
  2. 2Use-Case-Kontext – spezifische Anweisungen pro Aufgabentyp (klassifizieren vs. antworten haben unterschiedliche Stile).
  3. 3Agenten-Kontext – Feinabstimmung für einen einzelnen Agenten (z. B. IT vs. FM).
  4. 4Metadaten pro Anfrage – Sprache, Standort, Nutzerrolle der konkreten Anfrage.

Welche Entscheidungen triffst du?

Ein globaler Kontext oder mehrere?

Ein Basis-Tenant-Kontext + Use-Case-spezifische Ergänzungen ist robust und pflegeleicht.

Wissensquellen-Strategie

Gesamte KB als Quelle oder ausgewählte Kategorien? Enger = weniger Halluzinationen.

Verantwortlichkeit

Wer schreibt und pflegt Kontexte? Comms + Service Owner + KI-Plattform-Admin.

Versionierung

Ältere Versionen aufbewahren – bei schlechtem Output kannst du nachverfolgen, welches Kontext-Update es verursacht hat.