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Analyse

Stakeholder & Interessen

Identifizieren Sie, wer ein Interesse an der Implementierung hat — Sponsoren, Endanwender, Lieferanten, IT — und welche Rolle jede Person spielt. Ohne dieses Fundament ist jeder weitere Schritt gefährdet.

Aktualisiert am 23. Jan. 2026

Discovery · 3.1

Warum als Erstes

Der größte Implementierungsfehler ist, ohne die richtigen Personen am Tisch zu starten. Drei Monate später stellen Sie fest, dass Finanzen die Verrechnungsregeln anders sieht, IT-Security ein Veto zur SSO-Entscheidung hat oder die Belegschaft den gewählten Workflow als undurchführbar empfindet. Nacharbeit = vermeidbare Kosten. Eine Stakeholder-Analyse vorab verhindert 80 % des späteren Stillstands.

Was liefern Sie?

Stakeholder-Liste

Name, Rolle, Organisation, bevorzugter Kontaktweg. Etwa 15–30 Namen für eine mittelgroße Implementierung.

Interessen-/Macht-Matrix

Ein 2×2-Raster, um zu entscheiden, wen Sie aktiv einbinden vs. wen Sie nur informieren.

Engagement-Plan

Pro Stakeholder: wie oft, über welchen Kanal, mit welcher Frage Sie ihn ansprechen.

Rollenbild für den Lenkungsausschuss

Wer im Lenkungsausschuss sitzt, wer in der Arbeitsgruppe, wer prüft, wer freigibt.

Schritte

  1. 1Longlist brainstormen — Gruppe für Gruppe durchgehen (Sponsor, IT, Facility, HR, Finanzen, Endanwender, externe Lieferanten). Lieber zu viele als zu wenige in der ersten Runde.
  2. 2Auf der Interessen-/Macht-Matrix verorten — Wie stark ist diese Person am Ergebnis interessiert? Wie viel Einfluss kann sie nehmen?
  3. 3Engagement-Strategie je Quadrant festlegen — aktiv steuern, zufrieden halten, informieren, beobachten.
  4. 41-zu-1-Gespräch mit jedem High-Impact-Stakeholder — nicht in der Gruppe, nicht per E-Mail. Persönlich, 30 Minuten, fragen Sie nach Erwartungen und Bedenken.
  5. 5Lenkungsausschuss zusammenstellen — max. 5–7 Personen. Entscheidungsmandat und operative Kenntnis.
  6. 6Im Entscheidungs-Log dokumentieren, wer pro Domäne die Letztverantwortung trägt.

Vorlage — Interessen-/Macht-Matrix

Verorten Sie jede Person in diesem 2×2. Der Quadrant bestimmt, wie Sie mit ihr umgehen.

Hohes Interesse · geringe Macht

Zufrieden halten & informieren

Endanwender, Empfang, Reinigungsteam. Regelmäßige Updates senden, in UAT einbinden, dafür sorgen, dass sie gehört werden.

Z. B. Mitarbeitende, Brandschutzhelfer, externe Lieferanten

Hohes Interesse · hohe Macht

Aktiv steuern

Die Hauptakteure. 1-zu-1-Gespräche, Lenkungsausschuss, Co-Eigentümerschaft der Roadmap. Ohne sie kein Go-live.

Z. B. Executive Sponsor, Head of Facility, IT-Leitung, Finanzleitung

Geringes Interesse · geringe Macht

Beobachten

Über allgemeine Kanäle informieren. Kein aktives Engagement nötig, aber im Loop halten, damit nichts überrascht.

Z. B. periphere Abteilungen, externe Partner ohne Rolle

Geringes Interesse · hohe Macht

Zufrieden halten

Wenig direktes Interesse, kann das Projekt aber blockieren. Kurze Updates, formelle Abstimmung.

Z. B. Betriebsrat / Arbeitnehmervertretung, Datenschutzbeauftragte/r, Legal

Vorlage — Stakeholder-Map (eine Zeile pro Person)

Kopieren Sie diese Tabelle in Ihr Arbeitsdokument und befüllen Sie sie während des Stakeholder-Workshops.

Name Rolle Interesse Macht Strategie Kontakt-Owner Häufigkeit
Z. B. Sara JanssenHead of FacilityHochHochAktiv steuernPMWöchentlich

Best Practices

→ Wirklich nachhaken

Die erste Antwort einer Person ist selten die ganze Geschichte. Fragen Sie dreimal „Warum ist das wichtig?“.

→ Stille Gegner finden

Die lautesten Kritiker sind ungefährlich — sie melden sich. Stille Blocker entdecken Sie erst beim Cutover.

→ Ein Sponsor, nicht mehr

Geteiltes Executive Sponsoring = niemand fühlt sich verantwortlich. Erzwingen Sie einen Namen.

→ Nicht den Außenkreis vergessen

Externe Lieferanten (Catering, Reinigung, Security) fehlen im Stakeholder-Mapping oft. Sie erleben das Tooling am stärksten.