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Analyse

Entscheidungs-Log

Führen Sie ein laufendes Entscheidungs-Log — was, von wem, wann, auf welcher Grundlage. Entscheidend bei personellem Wechsel, späten Fragen und Steuerkreis-Debatten.

Aktualisiert am 23. Jan. 2026

Discovery · 3.8

Warum laufend (und nicht erst am Ende)

Entscheidungen sind nur dann wertvoll, wenn Sie sie später erklären können. Drei Monate nach Go-Live fragt jemand „warum haben wir das so konfiguriert?”. Ohne Log = Dunkel, Nacharbeitsdiskussion. Mit Log = durchklicken und Bescheid wissen. Besonders kritisch bei personellem Wechsel (PM, Steuerkreis, Sponsor) — sonst verschwindet Kontext mit den Personen.

Was liefern Sie?

Entscheidungs-Log

Ein Dokument oder eine Tabelle mit allen signifikanten Entscheidungen, chronologisch.

Klare Trigger-Regel

Wann wird etwas „signifikant" und kommt ins Log? Nicht alles, aber mehr als Sie denken.

Owner des Logs

Eine Person (PM oder Analyst), die pro Workshop mindestens einen Eintrag ergänzt.

Arbeitsfähiges Format

Notion, Confluence, geteiltes Excel, SharePoint-Liste — was auch immer für Ihr Team funktioniert.

Wann eine Entscheidung „signifikant” ist

Ins Log

  • Wahl zwischen Alternativen (z. B. Workflow A vs. B)
  • Scope-Ausschlüsse (Won't-Liste)
  • Benennungen (Abteilungsnamen, Klassifikationsnamen)
  • SLA-Stufen und Eskalationsregeln
  • Ownership (wer ist das „A")
  • Finanzregeln (Kostenverteilung, Kostenstellen)

Nicht ins Log

  • UI-Styling, Feldreihenfolge
  • Triviale Agenda-Punkte
  • Einmalige technische Workarounds
  • Operative Absprachen (in Handbüchern festgehalten)

Schritte

  1. 1Tool und Vorlage wählen — gemeinsamer Ort, zugänglich für Steuerkreis und Projektteam. Vorlage siehe unten.
  2. 2Einen Owner benennen — meist PM oder Business-Analyst. Das Log gehört dieser Person.
  3. 3In jedem Workshop aktualisieren — letzte 5 Minuten einer Session: „welche Entscheidungen haben wir getroffen?". Sofort eintragen.
  4. 4Pro Eintrag: Alternativen notieren — nicht nur „wir haben X gewählt", sondern auch „Y und Z standen zur Debatte, Gründe für die Ablehnung waren …".
  5. 5Mit Tags kategorisieren — „Stammdaten", „Workflow", „Finance", „Security". Macht das Log später durchsuchbar.
  6. 6Bei Zweifeln neu validieren — wenn später jemand fragt „seid ihr sicher?", nutzen Sie das Log, um zu bestätigen oder bewusst zu ändern (mit einem neuen Eintrag).
  7. 7Bei Änderung: neuer Eintrag — den alten nicht überschreiben. „Entscheidung #12 ersetzt #5, weil …". Der Audit-Trail bleibt erhalten.

Vorlage — Entscheidungs-Log

# Datum Thema Entscheidung Alternativen (verworfen) Begründung Owner Tags Status
12026-01-15StandorthierarchieGeografie → Gebäude → Etage → RaumFlach (nur Gebäude)Belegung pro Etage reportenHead of FacilityStammdatenFreigegeben
22026-01-18Freigabe > 500 €Manager muss freigebenAuto-Freigabe bis 1000 €Compliance + BudgetkontrolleCFOFinance, WorkflowFreigegeben
32026-02-03Self-Service-PortalPhase 1 nur Tickets, keine ReservierungenBeides zusammen in Phase 1Kapazität + Change-LastSponsorScopeFreigegeben

Best Practices

→ Mit Blick auf die Zukunft schreiben

Stellen Sie sich vor: ein Kollege liest dies in 18 Monaten ohne Kontext. Wird er es verstehen?

→ Mit Belegen verknüpfen

Fügen Sie einen Link zur Prozesskarte, RACI oder Pain-Point-Liste hinzu, der die Entscheidung rechtfertigt.

→ Für Change Requests nutzen

Will jemand etwas ändern? Verweisen Sie auf den ursprünglichen Eintrag, erzwingen Sie die Begründung.

→ Offen sichtbar halten

Verstecken Sie es nicht in einem unzugänglichen Ordner. Zentral, auffindbar, lesbar für jeden Stakeholder.